Aufatmen

Basierend auf bewährten Strategien der gesangsbasierten Atemtherapie (Singing for Lung Health: SLH) realisieren der Verein ARTS for HEALTH AUSTRIA zusammen mit den beiden Startups, „ArtWave“ und „Ludwig Med“ sowie der IMC Fachhochschule Krems und Dr. Milos Petrovic (Lungenfacharzt in Wien) ein visionäres Projekt, das Kunst, Medizin und Musiktherapie verbindet. Im Rahmen der Initiative „Aufatmen“ erstellt ein Team von erfahrenen Atemtrainer:innen, Sänger:innen und Musiktherapeut:innen ein achtsames, musikalisches Atemprogramm für Covid-19 Langzeitbetroffene. Dieses Programm soll zur Verbesserung von Atemprozessen und Entspannung (Angst- und Stressreduktion, etc.) führen, und das körperliche und seelische Wohlbefinden der Projekteilnehmer:innen unterstützen, sodass sie sprichwörtlich wieder aufatmen und sich re-vitalisieren können. Ein ähnlich geartetes Projekt „Breathe“ der English National Opera unterstreicht dabei die im internationalen Feld starke Nachfrage nach derartigen Lösungen im Rahmen der Pandemiebekämpfung wie deren Akzeptanz durch die Betroffenen. 

Rebecca Nelsen & Anna Nekhames
(c) Gabriele Schacherl

Auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zur positiven Wirkung des Gesanges auf atemrelevante Prozesse im menschlichen Körper (z.B. „Singing for Lung Health), kreieren wir ein sechswöchiges Programm, das online und (wenn möglich) auch in Präsenzform wahrgenommen werden kann. Die wöchentlichen Sessions umfassen Übungen für die Verbesserung der Haltung, Atem- und Stimmtraining sowie das gemeinsame Singen einfacher Lieder.

Künstlerisch wird das Therapieprogramm mit Audio-und Videoaufnahmen von professionellen Sänger:innen und Musiker:innen unterstützt. Zur Verwendung kommen Volks- und Wiegenlieder, sowie speziell zusammengestellte Werke der Opernliteratur, die beruhigend oder vitalisierend wirken. Des Weiteren werden mit Expert:innen erklärende Videos erstellt, die Anleitungen zum Atmen und Singen geben und in Bedeutung und Konzept des Projektes leicht verständlich einführen. Diese Materialien werden online als Downloads für die Teilnehmer:innen verfügbar sein.

Als aktive Unterstützer konnten wir für das Pilotprojekt die Stadt Wien, die Stiftung Porticus sowie sowie das österreichische Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gewinnen. Das Theater an der Wien und der Jazzclub Porgy & Bess stellten ihre Räumlichkeiten für die Videoaufnahmen zur Verfügung. Das Cape 10 von Dr. Siegfried Meryn bietet den idealen Rahmen für den Abschluss des Pilotprojekts, das in ein freudiges Coming-Together mündet, eine „Soirée“, bei der die Künstler:innen und Musiktherapeut:innen zusammen mit den Teilnehmer:innen und Ärzt:innen Werke aufführen, die im Laufe des Programms erarbeitet wurden.

Ziel von „Aufatmen“ ist es, Covid-19 Langzeitbetroffenen durch Kunst bei der Genesung zu unterstützen. Das Trainingsprogramm bietet Langzeit Covid Betroffenen eine Ergänzung zu Reha-Klinik Programmen. Das Pilotprojekt (September bis November 2021) wird durch ein Forschungsprojekt der IMC Fachhochschule Krems wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Neben der Bewertung der Veränderungen des Wohlbefindens untersuchen wir die klinische Evidenz zu den Lungenfunktionen vor und nach dem Programm mit Unterstützung der Therme Wien Med bei den klinischen Test.

Aufatmen Sänger:innen und Musiker:innen
(c) Gabriele Schacherl

Am Projekt beteiligte KünstlerInnen sind u.a.: KS Adrian Eröd, Bariton und Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper; Rebecca Nelsen, Sopran und Ensemblemitglied der Volksoper Wien; Anna Nekhames, Sopran und Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und Volksoper Wien, Johanna von der Deken; das Alliance Quartet sowie Delbeau Film. Cesár Sampson (Drittplazierter beim Eurovisions Song Contest 2018) fungiert für “Aufatmen” in einer für ihn neuen Rolle als Ambassador. 

Künstlerische Leitung: Jennifer Davison, Bea Robein

Projektkoordination: Oliver Peter Graber

Wissenschaftliches, medizinisches und therapeutische Team: Dr. Gerhard Tucek (ICM FH Krems), Mag. Marlies Sobotka, Iris Zoderer MA, Dr. Michaela Popp und Dr. Milos Petrovic (LungenfachärztInnen).