Der Verein ARTS for HEALTH AUSTRIA (AfHA)

Kunst und Kultur leisten einen wesentlichen Beitrag zu unserer Gesundheit und unserem Wohlergehen. In Zeiten der Corona-Pandemie erhält dieses Thema noch zusätzliche Brisanz. Kunst und Kultur können hier sowohl beim Management als auch bei der Prävention von (psychischen) Belastungen und Folgeerscheinungen eine positive Rolle spielen.

In der vom BKA veranstalteten Workshop „Arts for Health“ am 5. Dezember 2019 stellte dieses Thema erstmals in Österreich auf breiter Ebene zur Diskussion. Trotz vereinzelter, beispielgebender Initiativen gibt es in Österreich insgesamt noch zu wenig Bewusstsein sowohl im Kultur- als auch im Gesundheitssektor und kaum strukturelle Ansätze.

Bewegung für Leben
Bewegung für Leben
Foto: FOWATO e.U. –
Walter Zarbl www.movementforliving.net

Der Verein ARTS for HEALTH AUSTRIA (AfHA) zur Förderung von Kunstinterventionen im Kontext von Gesundheit und Wohlbefinden will diese strukturellen Defizite beheben. 

Der Verein versteht sich als Plattform für Kunstaktivitäten im Public Health Bereich in Österreich, als Schnittstelle zwischen KünstlerInnen, ForscherInnen und Gesundheitseinrichtungen sowie als internationales Vernetzungsinstrument und Anlaufstelle für alle an diesem Bereich Interessierten. 

Insgesamt steht die Debatte von Kunstinterventionen im Gesundheitswesen in Österreich erst am Anfang. Die Initiativen von Arts for Health Austria orientieren sich daher an den Erfahrungen internationaler Institutionen mit gleicher Zielsetzung und Ausrichtung. Die ProponentInnen von AfHA sind international gut vernetzt und werden die Aktivitäten des Vereins in enger Kooperation mit ähnlichen Einrichtungen entwickeln. Das Forum der Dance & Creative Wellness Foundation, „Dance – New Moves in Health Care“, am 11. Dezember 2020 in Wien ist die erste Veranstaltung von Arts for Health Austria.

Bei diesem Forum werden die Aufgabenbereiche der Öffentlichkeit vorgestellt:
  • Plattform für Kunstaktivitäten im Public Health Bereich in Österreich 
  • Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft 
  • Internationales Vernetzungsinstrument
  • Informationsstelle für alle an diesem Bereich Interessierten
  • Fördereinrichtung für innovative Kunstprojekte im Gesundheitsbereich
Bewegung für Leben
Bewegung für Leben Foto: FOWATO e.U. – Walter Zarbl www.movementforliving.net

Background für das Forum “Dance – New Moves in Health Care”
Kunst, Tanz und Gesundheit

Am 11. November 2019 stellte die Weltgesundheitsorganisation der UNO (WHO) ihren Evidenzbericht zum Thema Kunst, Gesundheit und Wohlbefinden vor: „What is the evidence on the role of the arts in improving health and well-being?“ ist eine Scoping Review von ca. 3700 Studien, die einen Überblick über den Stand der Forschung gibt und die Ergebnisse zusammenfasst. Es wurden dabei Hinweise aus einer Vielzahl von disziplinarischen Ansätzen und Methoden für den potenziellen Wert der Künste gefunden, die bei der Gesundheitsförderung eine entscheidende Rolle spielen können. Die Benefits von Kunst zeigen sich sowohl in der Prävention als auch im Management und der Behandlung von Krankheiten. In einer großen Anzahl von Studien werden die positiven Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, das soziale und individuelle Wohlbefinden sowie für die soziale Kohäsion bestätigt. 

Tanz Community Pionierinnen
Tanz Community Pionierinnen mit Iva Rohlik Foto: Fabian Rohlik

Neben den positiven Effekten, die durch die Kunstausübung auf die Gesundheit festgestellt wurden, ist auch der ökonomische Nutzen von Bedeutung. 

In der Bewältigung der psychischen Belastungen und Erkrankungen durch die soziale Isolation in der Corona-Krise können künstlerische Interventionen eine Schlüsselrolle für die Verbesserung und die Genesung einnehmen. 

Tanz spielt in dieser Diskussion eine spezielle Rolle, da er sowohl auf der ästhetisch-künstlerischen sowie auf der körperlichen Ebene ansetzt. Tanzprogramme tragen sowohl bei Zivilisationserkrankungen wie Adipositas, neurogenerativen Konditionen wie Parkinson, MS, Demenz oder Alzheimer sowie bei der psychischen und mentalen Stressbewältigung erfolgreich zum Wohlbefinden bei. 

Kunst als medizinische Indikation für Gesundheit und Wohlergehen ist im öffentlichen Gesundheitswesen einiger europäische Ländern bereits anerkannt, zum Beispiel in Großbritannien und Finnland. In Österreich stehen wir am Anfang der Debatte, die Ende letzten Jahres mit dem Workshop “Arts for Health” der Abteilung für Europäische und Internationale Kulturpolitik im Ministerium für Kunst, Kultur, Öffentlicher Dienst und Sport eröffnet. Dazu gab die IG Kultur die Zeitschrift „Kultur als Rezept“ heraus, in der Initiativen in Österreich sowie internationale Perspektiven vorgestellt werden.

Im Tanzbereich in Österreich finden vereinzelte Projekte statt: für ältere Menschen, Menschen mit Parkinson oder Demenz. 

Auch das Wiener Staatsballetts hat bereits einige Workshops mit Andrew Greenwood, Gründer Switch2Move, für die Weiterbildung von Ensemble-Mitgliedern für die soziale Tanzarbeit mitveranstaltet. 

Nähere Infos: IG Kultur (Hg): Zentralorgan für Kulturpolitik und Propaganda 1.19 „Kultur als Rezept“ „Tanz ins Wohlbefinden“ auf www.tanz.at

Dance & Creative Wellness Foundation

In einem Klima globaler Gesundheitsepidemien und einer immer älter werdenden Bevölkerung fordern Einrichtungen wie die Weltgesundheitsorganisation, das Weltwirtschaftsforum und die EU-Gesundheitsstrategie Innovationen und Quantensprünge im Gesundheitswesen. Die Partner der Dance & Creative Wellness Foundation vertreten die Auffassung, dass der Tanz eine wichtige Rolle bei der Lösung dieser Probleme spielt.

Die von ihr veranstalteten, jährlichen Foren sind Denkfabriken und Plattformen für Brainstorming und Debatten. Sie bringen wichtige Stakeholder – Tanzinstitutionen, PraktikerInnen, InnovatorInnen des Gesundheitswesens, Krankenversicherer und politische EntscheidungsträgerInnen – zusammen, um das Feld des Tanzes für Gesundheit und Wohlbefinden in einem regen Austausch von Ideen und Erfahrungen zu erläutern und zu diskutieren. 

Die Dance & Creative Wellness Foundation wurde von Clare Guss-West, Andrew Greenwood und Eldridge Labinjo 2016 mit Unterstützung des Dutch National Ballet & Opera, wo das erste Forum stattfand, ins Leben gerufen. Nachfolgende Dance- and Creative Wellness-Foren fanden in Zusammenarbeit mit renommierten Gastgebern wie Staatsballett Berlin, Sadlers Well‘s & Ballet Rambert (London, UK, Ballet Preljocaj (Avignon, Frankreich) und Konzert Theater Bern statt. 

Das Direktionsteam der Dance & Creative Wellness Foundation wurde 2019 vom Europäischen Parlament in Brüssel eingeladen, um Tanz als proaktive Reaktion auf Probleme im Bereich der öffentlichen Gesundheit vorzustellen.

www.danceandcreativewellness.com